Die Geschichte des Straßenbaus

Straßen und Wege gehören schon seit je her zur Menschheitsgeschichte. Anfangs lernten die Urzeitmenschen natürliche Pfade als Straße zu nutzen, um so Jagdbeute oder Rohstoffe wie Holz und Schilf sicher und schnell zu den Lager- und Schlafplätzen zu bringen. Durch das Aufkommen der ersten Hochkulturen wurden die Menschen sesshafter, blieben also an einem Ort. Diese Tatsache machte ein künstlich angelegtes Straßennetz erforderlich, denn die gängigen Transportwege sollten dauerhaft nutzbar sein. Das war die Geburtsstunde des Straßenbaus. Zur Zeit der alten Ägypter wurde dann die Pflasterbautechnik eingeführt, die einen enormen Fortschritt für den Straßenbau bedeutete. Damals erfüllte eine ausgebaute Straße drei wichtige Zwecke. Neben den besseren Handelsmöglichkeiten hatte die Straße auch im Kriegsfall eine strategische Bedeutung. Darüber hinaus wurde sie gerne für religiöse Zwecke genutzt. Die Babylonische Prozessionsstraße etwa wurde mehrere Jahrhunderte vor Christus errichtet und diente kultischen Zwecken.

Einen wahnsinnigen Fortschritt erfuhr der Straßen- und Wegebau durch das Römische Reich, das sich über einen Großteil des heutigen Europas erstreckte. Die Legionäre mussten mitunter weite Strecken zurücklegen und auch die fremden und wertvollen Güter sollten sicher und schnell nach Rom gebracht werden. Die Straßen wurden nun mit Beton gebaut und hatten auch sogenannte Quergefälle, um die Wege mit Wasser sauber zu halten. Neben marschierenden Legionären konnten auch Pferde und Fuhrwerk die Straßen des römischen Imperiums nutzen. Das Verkehrsnetz wurde damals exzellent ausgebaut und auch heute noch führen viele moderne Straßen auf alten Römerwegen von Italien bis nach Xanten. Übrigens waren es auch die alten Römer, nämlich unter Julius Cäsar, die Einbahnstraßen und Parkplätze eingeführt haben.

Im frühen Mittelalter verfiel ein Großteil des römischen Verkehrsnetzes. Wege wurden jetzt nicht mehr mit Steinen beziehungsweise Beton gebaut, sondern beschränkten sich auf staubige Erdwege, die ordentlich Dreck und Unrat in die Städte und Dörfer brachten. Meist fehlte den Menschen das nötige Geld, um vernünftige Wege zu errichten. Wirkliche Steinstraßen gab es nur in der Nähe von Burgen, Schlössern und anderen Wohnsitzen der herrschenden Klasse. So sah es erstmal viele Jahre düster aus im Straßen- und Wegebau.

Das änderte sich aber im 18. Jahrhundert schlagartig. Französische Ingenieure wollten dem traurigen Erscheinungsbild der europäischen Straßen zu einer Renaissance verhelfen und erarbeiteten immer aktuellere und bessere Methoden, um eine Straße einerseits stabiler und andererseits wirtschaftlicher zu machen. Mit dem Einsatz von neuartigen Baumaschinen gelang dann endgültig der Durchbruch. Nach der Erfindung und Einführung von Bindemitteln wie Teer oder Bitumen konnten Straßen auch intensivster Nutzung standhalten. Den absoluten Höhepunkt im Straßenbau markierte schließlich die Erfindung des Autos. Das mechanische Fahrzeug benötigte eine ebene und feste Trägeroberfläche. Mit der immer weiter fortschreitenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurde auch das Automobil ständig verbessert und schließlich massentauglich gemacht. Analog dazu entwickelte sich auch der Straßenbau.

Autobahnen gehören heutzutage zu den modernsten Straßenbauanlagen. Alleine in Deutschland gibt es über 12.000 Kilometer, die von Flensburg bis Mittenwald und von Kaldenkirchen bis Görlitz ganz Deutschland vernetzen. Hinzu gekommen sind seit der Industrialisierung außerdem intelligente Ampelanlagen, Tunnelsysteme, Brücken und natürlich auch Gesetze, die zum Beispiel das Thema Verkehrssicherheit regeln.

Auch in absehbarer Zukunft wird der Straßenbau eine wichtige Rolle spielen, denn in unserer globalen, modernen und vernetzten Welt sind schnelle und zuverlässige Transportwege enorm wichtig. Der Automarkt wird sich ebenso weiterentwickeln und immer leistungsfähigere und komplexere Modelle auf den internationalen Markt bringen. Die Ingenieure von Straßenbau und Autoherstellern sind also gefragt und werden in Zukunft noch enger zusammenarbeiten müssen, um stets die beste Lösung für beide Bereiche zu suchen. Den alten Römern hätte das sicherlich gefallen.


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