Tunnelbau

Tunnelbau

Der Tunnelbau gehört zu den typischen Arbeiten im Bereich Erdbewegung. Die meisten Tunnel führen entweder durch einen Berg oder sind unter der Erdoberfläche angelegt. In beiden Fällen stellen sie einen großen Nutzen für die Verkehrswirtschaft und den Personen- sowie Gütertransport dar. Bevor allerdings mit dem Bau einer künstlichen Passage begonnen wird, muss zunächst die geologische Beschaffenheit des Berges beziehungsweise Bodens untersucht werden. Auch Wasserläufe, Hohlräume und andere problematische Gegebenheiten müssen vorher erkannt werden. Hinzu kommt, dass auch Sicherheitswege wie zum Beispiel Brandmeldeanlagen oder Notausgänge mit in die Bauplanung einfließen. Sind die Umstände gründlich erkundet worden, kann die eigentliche Tunnelbauarbeit beginnen.

Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen, um einen Tunnel zu bauen. Auf der einen Seite gibt es die offene Bauweise und auf der anderen Seite die bergmännische Bauweise. Bei der offenen Bauweise wird der Tunnel von oben, deshalb offen, angelegt. Gerade bei U-Bahnschächten kommt diese Bauweise häufig zum Einsatz. Ein Nachteil dieser Tunnelbauart ist, dass der Verkehr zum Teil stark eingeschränkt werden muss, denn nicht selten verläuft der Schacht unter Straßen und Kreuzungen. Bei der bergmännischen Bauweise wird in der Regel ein Ausbruch in den Berg gesprengt. Anschließend wird ein Stollen in den Berg getrieben. Auch Tunnelbohrmaschinen kommen dann zum Einsatz. Die riesigen Kolosse fräsen sich kraftvoll durch das Gebirge oder den Untergrund.

Berühmte Tunnel

Weltweit gibt es viele berühmte Tunnel. In Europa liegt der Eurotunnel weit vorne auf der Beliebtheitsskala. Die Verbindung zwischen England und Frankreich wird auch Kanaltunnel genannt und wurde im Jahr 1993 fertig gestellt. Seitdem verkehren Züge zwischen den beiden Ländern. Der Eurotunnel ist 50 Kilometer lang und hat knapp 15 Milliarden Euro gekostet. Wem das englische Frühstück nicht zusagt und wer stattdessen viel lieber frische Croissants essen möchte, der ist in weniger als einer Stunde von Folkestone in England nach Calais in Frankreich gereist. Mittlerweile ist auch die Deutsche Bahn an dem Tunnelbau interessiert und erwägt, einen ICE 3 von Deutschland aus über Frankreich nach England fahren zu lassen. Für die deutschen Reisegäste wäre das eine bequeme Möglichkeit, über Land und ohne umzusteigen, nach Großbritannien zu gelangen. Insbesondere Menschen mit Flugangst dürften die Idee sehr interessant finden.

Der längste Tunnel weltweit befindet sich in Japan und verbindet die beiden Inseln Hokkaido und Honshu miteinander. Ähnlich wie der Eurotunnel ist auch der sogenannte Seikan-Tunnel für den Zugverkehr gebaut worden. Mit 53,94 Kilometern hält er zurzeit den Weltrekord. Das Privileg wird der japanische Tunnel aber wohl bald wieder abgeben müssen, denn der noch im Bau befindliche Gotthart-Basistunnel in der Schweiz wird nach Fertigstellung mit 57 Kilometern Gesamtlänge der längste Tunnel der Welt sein. Das Bauprojekt soll 2017 beendet werden. Um das anvisierte Ziel auch tatsächlich zu erreichen, setzen die Schweizer Ingenieure auf die Gripper-Tunnelbohrmaschine. Mit einem Durchmesser von zehn Metern fräst sich das Hightechgerät durch den Berg.

Ein weitaus kürzerer, aber auch sehr bekannter Tunnel befindet sich in Monaco. Während des jährlich stattfindenden Formel-Eins-Rennens fahren die Rennprofis mehrfach durch den städtischen Parcours. Die meisten Siege in diesem besonderen Rennen hält Ayrton Senna, der 1994 mit seinem Rennwagen in San Marino tödlich verunglückte.

Den längsten Straßentunnel weltweit kann man in Skandinavien bewundern. Er verbindet die norwegischen Orte Aurland und Lærdal. Die befahrbare Unterführung ist knapp 25 Kilometer lang und wurde im Jahr 2000 eingeweiht. Der norwegische Tunnel weist einige Besonderheiten auf. Das Licht schimmert bläulich und die Strecke ist extra leicht kurvig angelegt worden. So soll die Konzentration der Autofahrer erhöht werden. Dadurch steigt auch die Verkehrssicherheit im Tunnel.


(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2010, www.erdbewegung.de

Gewerbliche und private Verwendung dieses Artikels ist ausdrücklich, aber nur dann gestattet, wenn dem Artikel gut sichtbar der vorstehende Copyright-Hinweis mit verfolgbarem Link hinzugefügt wird und wir per Mail an copy@fachportale.de über die Verwendung informiert werden!